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Frau Fabian hilft

 

Tobias war mit Mauser in seinem Zimmer. Seine Eltern stritten sich, wie sooft. „Jetzt ist Schluss“, sagte er zu Mauser. Er holte seinen Rucksack aus dem Schrank und stopfte Anziehsachen hinein. „Wir gehen weg“, sagte er zu Mauser. Dieser schaute Tobias mit großen Augen an. „Ich weis zwar noch nicht wohin wir gehen, aber irgend was finden wir schon“. Dann packte er noch die Näpfe und etwas essbares  ein und nahm 400 DM aus dem Krug in der Küche. Er zog seine Jacke an und sprang mit Mauser auf dem Arm, aus dem Fenster in seinem Zimmer, schnell liefen die beiden zum

 Bahnhof.

Dort stiegen sie in den Zug nach Selighain. Es wurde eine lange Fahrt. In Selighain angekommen ,hatte Tobias plötzlich große Angst. Wohin sollten die beiden nun gehen? Am besten auf den Markt. Sie suchten lange, bis sie den Markt endlich gefunden hatten. Dann setzten sie sich auf eine Bank und Mauser legte sich neben ihn auf den Boden. Tobias packte das Essen aus, was er mitgebracht hatte. „Ich kaufe dir gleich etwas“ , sagte er zu Mauser.

Als Tobias aufgegessen hatte und aufstehen wollte, kam eine alte Frau vorbei. „Na“, sagte sie freundlich, „du bist wohl nicht von hier? Ich habe dich nämlich noch nie in unserem Dorf gesehen“. „Ich bin....., ich wollte......“! stotterte Tobias. „Ausgerissen“? fragte die alte Frau. „Nein....,ja....“, antwortete Tobias.

„Ich bin auch einmal von zu Hause weggelaufen. 7 Jahre war ich da. Allerdings nicht mit meinem Kaetzchen, sondern mit meinem Hund, einem großem Collie. Weißt du was, komm doch mit zu mir, oder weißt du jemanden, zu dem du gehen kannst“? Tobias schuettelte den Kopf. Ueberlegte kurz und entschloss sich dann mit der alten Frau mit zu gehen.

Unterwegs kaufte Sie ihm ein Eis und eine große Tüte Pommes. „Er hat auch Hunger“, meinte Tobias und schaute zu Mauser. Das mitgenommene Futter hatte Mauser schon bekommen. „Aber ja“, sagte sie und in einem Zoogeschäft, kauften sie für Mauser Futter ein. Mauser durfte sich sein Futter selber aussuchen, denn an dem Packet, an dem er am längstem schnupperte, das wurde gekauft.

Ich heiße übrigens Fabian, aber du darfst mich Oma Erika nennen. Wenn du magst“ sagte Frau Fabian und lächelte Tobias an. „Danke Oma Erika, ich heiße Tobias und das ist Mauser. Es ist toll, das wir uns getroffen haben“. „Du hast wohl keine Oma mehr“? „Doch, aber in Amerika. Mein Vater ist Amerikaner. Sie sind genau so lieb wie meine Oma. Aber leider sehe ich sie so selten. Denn nach Amerika, ist es soooo weit“. „Da wohne ich“. Frau Fabian zeigte auf ein wunderschönes weißes Haus, mit einem großem Garten. „Wohnen Sie da ganz alleine? Ich meine, Wohnst du da ganz alleine“? „Nun, nicht so ganz, wie du siehst“.

In dem Gartenwaren viele Tiere. Ziegen, Enten, Hunde, Katzen. Sogar eine Kuh. „Dann sind das alles deine Tiere“? „Nein“ ,sagte Oma Erika. „Ich habe so etwas wie eine Tierpension, das einzige Tier, was mir gehört ist mein Ara“. Sie gingen ins Haus. Der Ara namens Penelope saß auf seiner Stange und schaute die Besucher mit großen Augen an.

„Wollknäuel, Wollknäuel“. rief er, als er Mauser sah. „Das hat ihm mein Mann beigebracht. Er liebte Katzen über alles“. Mauser sah sich den Ara genau an, aber er ließ ihn in Ruhe, man hatte hat ja Manieren. „Übrigens“, sagte Oma Erika, „ist er eine sie und heißt Penelope“.

An diesem Nachmittag erzählte Tobias, Frau Fabian seine Geschichte, bei den selbst gebackenen Keksen und einem herrlichem Tee, den Sie aufgetischt hatte.

„Leider muss ich deine Eltern benachrichtigen, denn Sie werden sich große Sorgen um dich machen“. Oma Erika machte ein sehr ernstes Gesicht.

„Nein! Ich will nicht wieder nach Hause“, rief Tobias entsetzt. „Aber was willst du denn machen? Du kannst doch nicht ewig weglaufen. Und bei mir kannst du doch auch nicht immer bleiben“. „Ich will aber nicht Heim, die streiten doch immer nur und vergessen mich dabei immer“.

„Beruhige dich erst mal. Du gehst nun erst mal schlafen und Morgen reden wir weiter“.

Als Tobias eingeschlafen war, durchsuchte Frau Fabian, die Taschen von Tobias. In seinem Rucksack, fand sie ein Adressschild mit Adresse und Telefonnummer.

Nach einer weiteren Tasse Tee, rief Frau Fabian die Eltern von Tobias an. Die Halbe Nachlang sprachen sie.

Am Morgen darauf, standen die Eltern von Tobias, vor der Haustüre von Frau Fabian. Sie hatten einen großen Geschenke Korb und einen tollen Strauß Blumen, für Frau Fabian mit gebracht.

Tobias war außer sich und zuerst sehr wütend auf Oma Erika. Aber nach langen Gesprächen, mit seinen Eltern und Oma Erika, sah er ein, das es besser war, wieder nach Hause zu fahren. Seine Eltern versprachen sich zu bessern und nicht mehr so viel zu streiten. Sie wollten sich wirklich bemühen.

Gemeinsam, gingen sie durch den Garten, besahen sich alle Tiere und fütterten und streichelten sie. Frau Fabian, hatte Ihre neuen Freunde noch zum Mittag essen eingeladen. So das sich alle noch viel besser kennen lernten.

Am Nachmittag dann, verabschiedeten sich alle sehr herzlich, aber nicht, ohne das versprechen, Frau Fabian, bald wieder zu besuchen.

So wurde durch einen Akt der Verzweiflung, doch noch etwas gutes. Denn nun hatten alle neue Freunde gefunden.

Tobias, brauchte NIE wieder aus zu reißen. Denn das zusammen Leben, seiner Eltern, besserte sich mehr und mehr, die Harmonie stellte sich auch bald wieder ein.....

Tiergeschichte von Antje Seifert