Die Lady und das Ekel

 

 

Einst, als noch der Aberglaube in den Menschen vorherrschte, lebte in einem einsamen Waldstück, tief versteckt, eine junge hübsche Frau. Einsam ward sie nie, denn die Tiere des Waldes fanden immer wieder den Weg zu Ihr, um sie zu besuchen, ein Leckerchen zu erhaschen oder um ihre Verletzungen versorgt zu bekommen. Lady Nightshade, so hieß diese junge Frau, sammelte Kräuter und Pilze des Waldes, um diese zu trocknen und dann daraus Heilmittel wie Tränke und Salben herzustellen. Viele Bewohner der umliegenden Dörfer kamen zu ihr, um sich von ihrer Heilkunst helfen zu lassen.

Jeden Tag, zog sie so los, um neue Dinge zu suchen, die sie in Ihren Tränken verwenden konnte. Viele Stunden war sie dann unterwegs und immer wieder entdeckte sie etwas neues, was sie mit nahm um es zu Hause in ihre Sammlung, der verschiedensten Pflanzen hinzu zu fügen. Alles was sie auf ihren Wanderschaften fand, und was sie zu erkennen glaubte nahm sie mit, so hatte sie schone eine riesige Menge an verschiedensten Sachen gefunden, sie getrocknet und dann in den Regalen ihres Schuppens untergebracht.

Es war ein einfach zusammen gezimmerter Schuppen, aus Holz verschiedenster Baumarten, alles was sie von den Bauern bekommen konnte, hatte sie zum Bau diesem verwendet. Einige Bauern, die ihre Hilfe in Anspruch nahmen, hatten ihr dabei geholfen. Das Haus, in dem sie wohnte, konnte man kaum als Haus bezeichnen. Es war eine Hütte, in einer Felsenmulde, eher eine Höhle, vor die man einen Bereich gebaut hatte, mit Fenster und Türe. Um diese auch besser betreten zu können und ein wenig Tageslicht ein zu lassen. Gelbe Vorhänge verzierten die Fenster und auch an der Türe war von innen ein Vorhang angebracht, der ein wenig den Wind abhalten sollte, der immer wieder wenn es Stürmte, durch die Ritzen der Türe fegte. Zum Glück, wurde dieser vordere Bereich in erster Linie nur zum Lagern verwendet und nicht als Wohn/Essbereich.

Ging man weiter in den doch recht großen Gang, kam man in eine weitere Höhle, die mit allerlei Dingen bewohnbar gemacht worden war. Auf der einen Seite befand sich der Kochbereich, über diesem war ein Loch in der Decke, so das der Dunst und Rauch abziehen konnte, aber kein Regen drang hinein. Gerade aus, war eine Nische, hinter dem halb zugezogenem Vorhang, konnte man ein Bett entdecken, mit dicken flauschigen Kissen und einem schön besticktem Oberbett. Auf der anderen Seite befand sich ihre kleine Hexenküche, in der sie die Kräuter und anderen Zutaten zu Heilenden Salben, Tränken und anderem Verarbeitete. Dort speiste sie auch und machte all die anderen Dinge die notwendig waren.

Eines Tages, als sie wieder durch den Wald streife, dieses mal viel tiefer in den Wald vorgedrungen war, hörte sie seltsame Laute, konnte diese nicht recht zu ordnen und ging ihnen nach. Als sie nach längerem laufen, die Laute waren immer lauter geworden, um eine Felsnadel bog, erschauderte sie bei dem Anblick, der sich ihr bot. Denn dort, vor einem kleinem Wasserfall, stand ein abscheulich anzusehen des Wesen. Es hatte einen verkrüppelten Arm, der nur halb so lang war  wie der andere. Aber dennoch eine Hand hatte. Einen viel zu großen Kopf, der auf schmalen Schultern zu sitzen schien. Eine recht breite Brust, worauf man, jede einzelne Rippe zählen konnte, trotz der starken Behaarung darauf. Sehr kurze, verbogen zu scheinende Beine und riesige Füße. Der ganze Körper war wirklich sehr stark behaart und nur um seine Hüften war ein Tierfell geschlungen, das bestimmt keine Wärme bringen konnte.

Gerade dieses Wesen aber, stieß diese seltsam klingenden Laute aus, waren nicht als Menschlich oder Tierisch zu bezeichnen. Als sich die Lady weiter umsah, erkannte sie etwas weißes, das vor dem Wesen zu liegen schien, erst dachte sie es sei ein Felsen, aber dann bewegte es sich, sehr wenig, langsam, aber da war eine Bewegung.  Vorsichtig schlich sie etwas näher und versteckte sich dabei hinter Felsen und Gesträuch um nicht eventuell entdeckt zu werden. Als sie dann um einen Felsen herum gehen wollte, blieb sie abrupt stehen, denn nun konnte sie erkennen worum es sich bei dem weißem Geschöpf handelte. Es war eine Art Pferd, mit langer Mähne und Schweif, dennoch war etwas anders an ihm. Blut lief in Strömen von seiner Brust und verwandelte das Wasser vor ihm in einen blutigen See.

Das Biest, dieses verkrüppelte Wesen, stieß immer weiter diese Seltsamen Laute aus. Der Lady zerbrach es fast das Herz, denn jedes Wesen, das leidet und Schmerzen hat, lag ihr am Herzen. Aber sie hatte Angst sich den beiden zu nähern, da sie nicht wusste, ob das Biest ihr was zu leide tun würde. Es schien ihr, als wenn das Pferd immer schwächer wurde, so nahm sie all ihren Mut zusammen und ging auf die beiden zu

Langsam und darauf bedacht kein Geräusch zu verursachen, ging sie immer weiter auf diese beiden Wesen zu. Krampfhaft hielt sie ihren Korb umklammert, in dem sie immer die gefunden Kräuter verstaute um sie dann mit nach Hause mit zu nehmen. Angst stieg in ihr empor und das Herz schien, als wollte es in ihrer Brust zerspringen....

Zaghaft setzte die Lady, einen Fuß vor den anderen, es schien ihr, als rase sie auf die beiden zu, obwohl sie sehr langsam ging... doch bald hatte sie um die letzte Felsnase und das Biest entdeckte sie. Nun zerreist es mich, dachte die Lady, aber nichts geschah. Mit einem traurigem Blick schaute das Biest sie an und trat einen Schritt zurück. Als wolle es ihr Platz machen. Erstaunt nahm sie diese Einladung an, stellte ihren Korb ab und beugte sich zu dem Pferd herab. Immer noch floss dessen Blut in Strömen, immer schwächer wurde es. Erschreckt über diesen Anblick schaute sie sich suchend um, sie erblickte einige Algen am Ufer und beeilte sich, diese zu ernten, denn diese hatten blutstillende Kräfte. Zwischen 2 Steinen zermahlte sie diese und bedeckte vorsichtig die Wunde des Pferdes mit dem Pflanzenbrei. Sehr behutsam ging sie vor, um dem Tier nicht noch unnötig, weitere Schmerzen zu zu führen. Schon nach sehr kurzer Zeit, zeigten der Brei sein Wirkung und  die Blutungen wurden weniger, bis sie endlich ganz versiegten. So war also das wichtigste erreicht.

Nun musste das Tier, wieder zu Kräften kommen, sich ausruhen und erholen. Dazu bedurfte es gutes Futter und ausreichend zu trinken. Na an Wasser durfte es angesichts, des Flusses nicht scheitern. Aber Futter musste besorgt werden, da es ja selber nicht dorthin laufen konnte. Sacht flösste die Lady dem Tierchen etwas Wasser  ein und benetzte auch seine Nüstern, was es erfreut wiehernd begrüßte.

Die Lady sah sich um, in der Nähe gab es einiges, was sich als Futter für das Tier eignete, so machte sie sich auf den Weg um Futter zu sammeln, aber das Biest ließ sich nicht durch. Zeigte auf das Pferd und Ihren Korb. Die Lady versuchte dem Biest zu erklären, das es Futter suchen müsse, damit das verletzte Tier wieder zu Kräften kam. Erst nachdem sie es mehrfach erklärte, schien es zu verstehen und machte sich selber auf den Weg und besorgte Futter, so viel, das die Lady es nie hätte tragen können. Einen Riesen Arm voll gutem Futter legte es dem Pferd vor die Nase. Was es mit einem leisem Wiehern begrüßte. Langsam begann es zu fressen, erst nur wenig, das es wohl sehr anstrengend war. Immer wieder musste es Pausen einlegen. Aber mit jedem Happen, schien es zu erstarken. Schließlich schlief es ein und die Lady atmete erleichtert auf. denn das war der Schlaf des Genesen.

Ein wenig erschöpft, aber überglücklich, das sie helfen konnte, richtete die Lady sich auf. Nickte dem Biest zu, streichelte noch einmal über den Kopf des Pferde und machte sich auf den Weg nach Hause um ihren Korb mit den Kräutern die sie schon gefunden hatte zu entleeren. Das Biest machte keine Anstalten sie zu halten, sah ihr nur lang nach und machte es sich dann neben dem Pferd bequem um seinen Schlaf zu überwachen.

Es dunkelte schon, als die Lady zu Hause ankam. Rasch legte sie die Kräuter zum trocknen aus und begab sich anschließend in ihr Bett. Der Tag war lang gewesen. Schnell entkleidete sie sich und kuschelte sich in die Kissen. Schnell schlief sie ein. Früh am Morgen erwachte sie, voller Tatendrang. Streckte sich ausgiebig. Rasch stand sie auf und wusch sich. Kleidete sich an und bereitete sich ein herzhaftes Frühstück. So gestärkt, machte sie sich an ihr Tagewerk, denn die Kräuter mussten gewendet werden und die schon getrockneten, zum teil zermahlen und verstaut, bis sie gebraucht wurden. Als sie fast mit ihrer Arbeit fertig war, hörte sie draußen vor ihrer Türe ein scharren und ein plumpsendes Geräusch.

Erschrocken lief sie zur Türe und öffnete sie. Niemand war dort, als sie sich umblickte entdeckte sie 2 tote Kaninchen und eine Wildtaube. Feinsäuberlich zubereitet, das sie diese gleich zubereiten konnte. Erstaunt nahm die diese Gabe mit ins Haus und begann damit sie zu zu bereiten. Erst beim kochen, bemerkte sie, das sie großen Hunger hatte und freute sich sehr auf diese Abwechslung. Denn Fleisch bekam sie nur sehr selten auf den Tisch. Sie aß einen großen Teil, eines der Kaninchen, das andere hatte sie in Ihre Vorratskammer getan. Denn 2 waren nun wirklich zu viel für sie. Aus der Taube hatte sie eine köstliche Suppe bereitet, die sie am nächstem Tag essen wollte.

Als alles verrichtet war, ging sie hinaus. Vielleicht konnte sie ja doch entdecken, wer ihr diese Tiere gebracht hatte. Aber nichts war zu erkennen. So begab sie sich in Ihren Garten um dort ein wenig die Unkräuter zu entfernen und nach ihrem Gemüse zu schauen. Nach einiger Zeit Blickte sie auf, da langsam ihr rücken schmerzte. Überrascht blickte sie zum Waldrand hinüber. Wischte sich über die Augen, denn das was sie da sah... war kaum zu glauben. Dort stand das Biest, an seiner Seite das weiße Pferd. Aber, das war kein Pferd, hell schimmerte ein Horn auf seiner Stirn. War es wirklich das Tier von gestern? das verletzt am Fluss lag? Ja , es musste es sein, denn immer noch war das Fell vorne an der Brust rötlich verfärbt von seinem Blut.

Langsam ging sie auf die beiden zu. Und sie kamen ihr entgegen. Viel friedlicher sah das Biest aus, es schien fast zu Lächeln, was aber nicht so einfach zu sehen war. Das Einhorn aber, es wieherte zur Begrüßung und rieb dann sanft und zärtlich seinen Kopf an der Lady, als wollte es sich für ihre Hilfe bedanken. Denn ohne ihre Hilfe, wäre es nun wohl nicht mehr am Leben. Liebevoll, streichelte die Lady das Tier und begutachtete dabei die schon fast verheilte Wunde. Nichts würde bald daran erinnern, stellte sie erleichtert fest. Noch einmal kraulte sie das Tier zwischen den Ohren und nickte dem Biest zu. Drehte sich dann um und ging auf ihr Haus zurück. Leise rauschte der Wind in den Bäumen und auch sie schienen sich zu bedanken. Denn ein Einhorn war ein sehr Wertvolles Wesen im Wald. Sollte eines Sterben, würde auch ein großer Teil des Waldes sterben in dem es lebte.......

Glücklich waren nun alle Wesen des Waldes und dankbar, das es die Kräuter Lady gab....