Geistertreiben... die Verwunschene Sieben

 

Dunkelheit senkte sich über Uns. Friedlich kreisten einige Möwen über uns dahin und ließen hin und wieder ihre Rufe hören. Die Segel bauschten sich auf, und wir machten gute Fahrt. Wir, das waren 6 Schiffe, 4 Handelschiffe die teure Waren aus dem neuem Land Heim bringen wollten. 2 Kriegsschiffe der neusten Bauart waren uns als Geleitschutz mit gegeben worden. Unsere fahrt verlief bis jetzt ruhig. Keine besonderen Vorkommnisse, so genossen wir unser Dasein und schauten hin und wieder vergnügt den Walen und Delfinen zu, die uns immer wieder einige Zeit begleiteten.

Tag aus Tag ein, immer wieder dieselben Handgriffe, die zur Routine geworden waren, mal Segel reffen, mal das Deck schrubben und dann wieder die Tampen neu zusammenlegen. Aber auch die Takelage musste täglich überprüft werden, denn das raue  Klima der See, konnte schnell alles angreifen.

Die Tender, unsere Begleitschiffe blieben immer in Sichtweite, so das nur ein lauter Ruf gereicht hätte, sie Längsseits zu holen. Hin und wieder taten wir das auch, wenn wir mir den Beiden Kapitänen zusammen speisen wollten. Wir das waren Mike und ich, Lords of Landish. Landadliger ohne Ländereien, denn diese hatte mein Vater versoffen. Aber mir war’s nicht schad darum, denn mir gefiel eh, das Leben auf dem Wasser besser, als in einem festem Haus wohnen zu müssen. Wasser war  mein Leben und ich konnte mir nichts besseres vorstellen als immer ich draußen zu sein. 

Sicher, die arbeit war nicht immer sehr leicht, man musste bei Wind und Wetter arbeiten, da wurde nicht gefragt, ob es Tag oder  Nacht ist. Denn die Stürme fragten auch nicht danach, ob wir Lust hatten uns ihnen entgegenzusetzen.

Jeder Handgriff saß wie im schlaf, anders war’s auch nicht möglich hier, zu überleben. Und wir taten unsere arbeiten gern, ob adelig, oder einfacher Seemann. Jeder vertraute jedem, jeder arbeitete mit jedem zusammen. Nur so konnten wir hier, bestehen.

Mike war ein sehr rauer Geselle. Ich hatte ihn in einer Hafenspelunke aufgetan, als er sich betrunken wie eine Haubitze mit dem Wirt und einigen anderen geprügelt hatte, dabei ging es nur um einen winzigen Streitpunkt. Wer die meisten Bierkrügel leeren würde und diese dann an der Hafenmauer zerdeppern konnte. Nur, das gefiel dem Wirt gar nicht, das sein Geschirr so enden sollte. So kam es zu einem handfestem streit, wer denn für die entstandenen Kosten aufkommen sollte, da Mike gewonnen hatte, sollte es sein Gegner sein. Aber dieser hatte nicht ein Goldstück in der Tasche.

Ich griff mir so Mike, und machte mich schnell aus dem Staub mit ihm. Als er aus seinem Rausch erwachte, waren wir schon 2 Tage auf hoher See. Er schrie und tobte, als er bemerkte, das er nicht mehr von Bord kommen konnte, denn das Land war schon lange außer Sichtweite. Ich füllte ihn darauf hin wieder ab und als er nach 2 weiteren Tagen wieder an Deck kam, gab er sich geschlagen. Noch einmal wollte er nicht mit solch einem Kater aufwachen. Ich musste Lachen, als ich ihn sah. Ein echtes Bild des Jammerns bot er uns. Denn er war Kalk weiß und rannte erstmal zur Rehling und musste Kotzen. Und das, bei einem Seemann, der Jahrelang zur See gefahren ist, jedem Sturm getrotzt hatte und dem kein Kampf zu schwer oder gefährlich gewesen war. Aber wir nahmen ihn so, wie er war. Rauer Kerl, mit weichem Kern.

 So vergingen Tage und Wochen, ohne besondere Vorkommnisse. Hin und wieder mal ein kleiner Sturm der uns aber nichts anhaben konnte. Keine Schäden waren auf unseren Schiffen entstanden. Aber wir mussten mindestens noch 5 Monate Fahren, bevor wir unser Ziel erreichen würden. Doch das machte uns nicht. Nach ca. 5 Monaten Fahrzeit der ersten Etappe, legten wir an einer von Eingeborenen bewohnten Insel an. Wir mussten frisches Wasser haben, auch gingen uns das Obst und Gemüse aus. Vielleicht hatten wir ja auch Glück und konnten uns etwas Wild schießen.

Als wir mit unseren Ruderbooten an Land angelegt hatten, wurden wir von einer kleinen Gruppe dunkelhäutiger Menschen neugierig beobachtet. Wir grüßten freundlich und überreichten einige Geschenke, bestehend aus feinen Tüchern, Glasperlen und Bürsten, die wir extra für solche Zwecke mitgenommen hatten. Ganz aus dem Häuschen, über unsere gaben, führten uns diese Leute in Ihr Dorf. Dort wurden wir herzlich aufgenommen und auch bestaunt. Da sie noch nie, solch farbenfrohe Vögel, wie uns, zu Gesicht bekommen hatten. Bald schon Brut leckerstes Fleisch über einigen Feuern und auch andere, uns unbekannte Speisen wurden gereicht. Wir genossen diese Gastfreundschaft und kamen langsam ins Gespräch. Sicher es war nicht leicht alles gleich zu verstehen, doch mit Händen, Füßen und Gesten klappte es nach einiger Zeit recht gut. Wir erzählten von uns, wo wir her kamen und wo wir hin wollten.

Als diese Leute verstanden, wo wir hin wollten und wie unser Kurs sein würden, entstand eine Unruhe, die ich mir nicht erklären konnte. Nach langem hin und her, berichteten uns einige der Eingeborenen, das wir einen anderen Kurs nehmen sollten, einen der sicherer sei, als unserer. Verwirrt schauten wir uns an. Denn wir wussten nicht, warum sie es so vehement von uns verlangten. Aus einigem Kaudawelsch, errieten wir, das uns eine Gefahr erreichen würden, wenn wir nicht einen Umweg machen würden. Geradlinig, wäre eine Unbekannte Region, aus dieser sei noch nie jemand wieder heraus gekommen. So manch einer, der dort hin wollte, ward nie wieder gesehen. Niemand wüsste, was dort sei, aber es war auch niemand bereit und zu begleiten um uns Drumherum zu führen. Verwirrt, was wir nun machen sollten, gingen wir spät, wieder an Bord.

Am nächsten Tag, luden wir alles auf, was wir brauchten, wieder verging fast ein ganzer Tag, bis alle 6 Schiffe mit frischen Lebensmitteln beladen waren. In der Zeit, hatten Mike und ich uns noch mal mit den Stammeseltesten zusammengesetzt und versucht, noch mehr heraus zu bekommen. Einiges konnten wir verstehen. So brachten wir in etwas heraus, wo sich diese besagte, geheimnisvolle Region befand. Ich war sehr neugierig, was dort sei. Aber ich hatte nicht besonders viel Lust, plötzlich zu verschwinden. Mike und ich unterhielten uns noch lange über diese neuen Dinge. Aber zu einem Ergebnis kamen wir nicht. Wie auch, es war Neuland.