Dunkelheit über dem Land

 

Einst, als es noch Kreuzzüge gab, sprach man viel von einem tapferen Kreuzritter mit Namen Sir Hector. Dieser hatte es sich zur Aufgabe gemacht, das Übel und Böse zu bekämpfen, das es in den Grafschaften um Burg Grafenstein gab. So zog er jeden Tag durch das Land und half wo es ihm möglich war, die Unholde die Angst und Schrecken verbreiteten auszurotten. Mal waren es Diebe die das Vieh der Leutz stahlen, dann wieder Plünderer, die sich es nicht nehmen ließen, den Bauern das wenige zu stehlen, was sie besaßen.

Wie man sich nun denken kann, war Sir Hector, den Dunklen Gesellen ein Dorn im Auge und immer wieder versuchte man, ihn aus dem Weg zu räumen, denn er zog immer wieder neue Ritter in seinen Bann, die ihm bei seiner Edlen Mission halfen. Sie hatten einen Bund geschlossen, dem nun bereits 5 Tapfere Ritter bei getreten waren. Diese zogen zusammen oder alleine durch das Land, um es zu Frieden und Ordnung zu verhelfen.

An einem sehr stürmischen Tag, ward es wieder mal ein Glück, das Sir Hector auf seiner Wanderschaft war. Denn in einem dunklem Wald, hatten gerade 2 Räuber eine Kutsche überfallen, sie wollten dem Bauern, der sein Vieh zum verkauf gebracht hatte ausrauben, sie hatten ihm bereits das Messer an die Kehle gesetzt, als Hector auf seinem Schimmel an galoppiert kam, das Schwer schon in der hand, sprang er von seinem Ross und stellte sich den Räubern in den weg. Nach einem kurzem Gefecht, hatte er beide entwaffnet und der Bauer wollte sich gerade bedanken, als weitere Räuber hin zu kamen, ein wildes Gefecht brach aus, in dem aber dennoch Sir Hector die Oberhand behielt. Der Bauer tat was in seinen Kräften stand um den Ritter zu helfen. Mit vereinten Kräften gelang es den beiden, 2 der Räuber zu töten und die anderen in die Flucht zu schlagen. Mit solch einer Gegenwehr hatten diese nicht gerechnet und gaben Fersengeld.

Unendlich dankbar, war der Bauer und er lud den Ritter ein, mit ihm zu kommen, sich bei ihm ein wenig zu erholen und bei einem kräftigen Mahl wieder zu stärken. Gerne nahm es Hector an und ritt mit dem Bauern zu seinem Hof. Dort angelangt, versorgten beide erstmal ihre Tiere, denn auch diese brauchten ein wenig Ruhe und was zu essen …

Als die Tiere versorgt waren, begaben sich beide in die gute Stube, wo es schon sehr lecker nach gutem Essen roch. Die Frau des Bauern stand am Herd und kümmerte sich um das Essen. Man bat ihn, er solle sich setzen, es würde noch etwas dauern, bis das Essen fertig sei. So nahm Hector in der Wohnstube Platz und schaute sich um. Alles war sehr einfach eingerichtet, nur das notwendigste, was man zu Leben braucht, gab es hier, den Kochbereich, mit seinen Töpfen, Pfannen und sonstigem Geschirr. Vor dem Kamin stand auch noch ein behaglich aussehender Sessel mit Fußbank davor. Worin man es sich nach einem langen Arbeitstag bequem machen konnte. Der Tisch an dem man essen konnte, war aus einem rauen Holz gebaut worden, rund herum gab es eine Bank, die mit weichen Kissen bestück war, denn die Bank war ebenso rau und ohne die Kissen sehr unbequem. Vor den Fenstern hingen lustige Gardinen die es sehr gemütlich erscheinen ließ, auch Blumen standen auf den Schränkchen, die das wenige Habe der Bauersleuten aufbewahrte.

Der Bauer stellte seine Frau vor, Luisa hieß sie und er Gustav. Kinder hatten sie keines, dieses Glück war ihnen verwehrt worden. Besonders seine Frau litt darunter, denn sie hätte so gerne Kinder gehabt. Aber leider wollte es nicht klappen, nur die Hoffnung haben sie nicht auf, denn sie waren noch Jung und hatten somit noch Zeit. Aber viel Gutes war ihnen noch nicht widerfahren, denn immer wieder mussten sie auf der Hut sein, nicht beraubt zu werden.

Schlechte Zeiten waren es … Habsucht und Diebstähle gab es sehr häufig, kaum einer traute sich des Nachts aus dem Haus, außer es war wirklich dringen notwendig. Zum Glück kam das bei den beiden nicht sehr häufig vor, denn es graute beiden davor, des Nachts das Haus verlassen zu müssen.

Das Essen war nun fertig, es gab eine Gemüsesuppe, die Zutaten baute Luisa selber an. Während dem Essen sprachen sie von dem Übel das sich in dem Landstrich umher trieb. Was alles in letzter Zeit geschehen war und das es sogar schon Tote gegeben hat, als sich die Überfallenen gewehrt haben um ihr weniges Habe zu beschützen. 3 Familien hatten nun keinen Versorger mehr.

Sir Hector war sehr besorgt. Er wusste nicht dass es so schlimm um das Volk bestellt war. Er nahm sich vor, noch mehr zu Wachen und mehr Hilfe zu gewinnen, um dem Volk wieder mehr Freiheit zu bringen, die Angst aus ihren Häusern zu verbannen.

Gleich nach dem einfachen Mahl, machte er sich wieder auf den Weg, zurück zu Burg Grafenstein. Um dort sein Anliegen an den Burgherren vor zu bringen. Er wollte um Bewaffnete Einheiten bitten, um noch mehr Präsenz zu zeigen. So schnell sein Schimmel laufen konnte, machte er sich auf den Weg. Sie mussten durch einen sehr dicht bewachsenen Wald, in dem es recht finster war, durch die hohen Baumkronen, fand kaum ein Lichtstrahl den Boden. Hector war so in Gedanken, dass er seine Umwelt nicht beachtete, so sah er nicht die Dunkle Gestalt, die sich hinter einem Baum versteckt hatte. Blitzschnell sprang diese hinter dem Baum vor, der Schimmel scheute und Hector hatte alle Mühe sich oben zu halten. Die dunkle Gestalt Spannte einen Bogen und der Pfeil verließ die Sehne … Ein durchdringender Schmerz durch zuckte den Körper von Sir Hector und er sackte in sich zusammen auf den Hals des verschreckten Pferdes. Dieses brach aus und galoppierte los, wobei es fast die dunkle Gestalt um rannte.

Erst als das Tier den Wald hinter sich gelassen hatte, wurde es langsamer. Seine linke Flanke war dunkel rot. Blut Tropfte auf den Boden. Durch die helle Farbe seines Felles sah es besonders schlimm aus. Zögerlich lief das Pferd weiter, zu erst unschlüssig, da es nicht geleitet wurde. Dann aber wurde der Trieb, nach Hause zu kommen immer größer und es setzte sich in trab und machte sich auf den Heimweg.

Als es endlich über die Zugbrücke in die Burg Grafenstein lief, wurde es langsamer, und lief gleich zur Tränke. Die Stallburschen schrieen entsetzt auf, als sie sahen, dass das Pferd rot vor Blut war und Sir Hector zusammen gesunken auf dem Pferderücken lag. Vorsichtig hoben sie ihn vom Pferd und benachrichtigten den Arzt und den Burgherren. Dieser befahl das Sir Hector sogleich in das beste Zimmer gebracht wurde und nur die besten Ärzte durften sich um ihn Kümmern. Die Tochter des Grafen von Grafenstein, Lady Susanna lief sogleich in das Zimmer in dem man den Verletzten gebracht hatte. Besorgt schaute sie zu, wie die Ärzte den Pfeil aus seiner Schulter entfernten, viel Blut hatte er verloren und war sehr Blass.

Die Ärzte hatten nicht viel Hoffnung, dass er die Nacht überleben würde. Aber Lady Susanna, ließ keinen Verdruss zu und wollte sich selber um die Pflege des Kreuzritters bemühen. Sie ließ frisches Wasser und Verbände bringen. Jede Stunde nun mühte sie sich um den Ritter und wusch seinen Schweiß aus dem Gesicht, wechselte die Verbände, die immer wieder durchbluteten. Die ganze Nacht über war sie an seinem Bett und ließ sich auch nicht ablösen. Sir Hector wälzte sich in seiner Bewusstlosigkeit. Erst gegen morgen, wurde sein schlaf ruhiger und er schien nicht mehr so Blass zu sein. Als die Ärzte sich den Verwundeten ansahen, schüttelten sie nur mit dem Kopf. Sie hätten nie gedacht, dass er es schaffen würde. Die Wunde blutete nicht mehr. Er war über den Berg. Freudig nahm der Schlossherr diese Nachricht auf und auch alle anderen auf der Burg, freuten sich mit.

Lady Susanna, verließ dann den Verletzten, nur um sich frisch zu machen. Etwas zu essen nahm sie in seinem Zimmer zu sich, um ihm beistehen zu können, sollte er wach werden. Aber 4 Tage lang, wurde Sir Hector nicht wach. So schlief er den Schlaf des Genesens.

Lady Susanna schlief in diesen Tagen nur wenige Stunden, sie hatte sich eine Liege in das Krankenzimmer stellen lassen, damit sie an seiner Seite sein konnte, sollte er sich regen und sie brauchen.

Ihr Vater sah das nicht so gerne. Aber Susanna hatte einen Dickschädel und ließ es sich nicht  verbieten. So hatte er nachgegeben, denn gegen seine Sture Tochter kam er nicht an. Und einen Wunsch konnte er ihr schon mal gar nicht abschlagen. Denn sie war sein einziges Kind. Seine Frau war vor 1 Jahr gestorben. Er hatte es noch immer nicht ganz verkraftet. Und niemand konnte ihm sagen, woran sie genau gestorben war. Aber sie war von Tag zu Tag weniger geworden und kraftloser. Bis sie eines Tages nicht mehr wach geworden ist.

Seit dem war seine Tochter, noch mehr, sein ein und alles geworden. Und er hing sehr an ihr. Somit verbrachte er nun auch einige Stunden im Zimmer des Kranken um nur bei ihr sein zu können und sie vielleicht auch bei der Pflege zu unterstützen, denn Sir Hector war sein engster Vertrauter. Er hoffte, dass er nun bald erwachen würde, um zu erzählen, was geschehen war.

Am 5ten Tag nun endlich, gegen Mittag, schlug Sir Hector seine Augen endlich auf. Sogleich schaute er in 2 Wunderschöne blaue Augen, umrahmt von blondem Haar. Er dachte, das sei ein Engel…..  erst als sich sein Blick klarte, erkannte er Lady Susanna, die ihn anstrahlte und auch Graf Grafenstein trat an sein Bett.

Sogleicht mussten Bedienstete eine heiße Brühe bringen, damit der Kranke wieder zu Kräften kam. Löffel für Löffel, gab ihm Susanna den kräftigenden Trunk ein. Und so langsam erwachten die Lebensgeister in dem so geschwächten Körper. Nach dem Essen sank er aber wieder in die Kissen und schlief ein. Es war doch sehr anstrengend gewesen. Spät am Abend wachte er wieder auf. Und bekam eine weitere Kraftbrühe. Nun ging es schon wesentlich besser und er kam langsam zu Kräften. Nun war er auch endlich in der Lage zu sagen, was an besagtem üblem Tag passiert war. Auch was er den Burgherren bitten wollt.

Als Graf von Grafenstein alles erfahren hatte, schüttelte er nur mit dem Kopf, verließ das Zimmer und rief seinen Waffenmeister zu sich. Mit ihm zusammen beschloss er das weitere vorgehen. Ein Bote wurde zum König gesendet um dort um weitere Truppen zu bitten. Denn alleine hatten sie zu wenig Ritter um das Böse zu bekämpfen. Aus der Hauptstadt kam auch gleich die Rückmeldung, dass sich Truppen auf den Weg gemacht haben, um sie zu unterstützen.

An allen wichtigen Wegpunkten, wurden Einheiten abgestellt, die Wache hielt. Die Wälder in denen immer wieder Überfälle statt gefunden hatten, wurden durchkämmt und einige Räuberlager ausgehoben. Diese wurden dann in die tiefsten Kerker gesperrt, die man finden konnten, wo sie bei Brot und Wasser ihre Strafen absitzen mussten. Die Mörder aber, die wurden gehängt. Denn es gab zum Glück für diese Verbrechen Zeugen. So wurde nach und nach alles Übel aus diesem Landstrich entfernt.

Endlich konnten sich die Bewohner des Landstiches wieder frei bewegen, ohne um ihr Leben fürchten zu müssen. Selbst als es wieder Friedlich geworden war, patrouillierten immer noch Ritter um Präsens zu zeigen, das es hier keine Platz für Gesindel gab.

In Burg Grafenstein ging es so nach und nach wieder in Ruhigeren Bahnen. Sir Hector erholte sich prächtig unter der Pflege von Lady Susanna und die beiden kamen sich in dieser Zeit immer näher. Dem Grafen gefiel das zusehends, denn einen besseren Schwiegersohn konnte er sich kaum vorstellen, für seine geliebte Tochter. So ließ er die beiden gerne alleine damit sie sich in Ruhe besser kennen lernen konnten.

Viele Spaziergänge unternahmen die Zwei im Burggarten, der sich in seiner schönsten Pracht zeige. Überall Blühte und Grünte es, der Duft der verschieden Rosen und anderer Blumen lag wunderbar in der Luft. Hier konnte man es Stundenlang aushalten. So blieb es nicht aus, das Sir Hector an einem dieser sonnigen Tage, Graf von Grafenstein um die Hand seiner Tochter bat. Die, dieser Ihm gerne gab.

Es wurde eine schöne, prächtige Hochzeit gefeiert, viele Leute wurden dazu eingeladen. Und Sir Hector und Lady Susanna wurden ein sehr Glückliches Paar, das bescherten dem Grafen 1 Buben und 1 Madel, was den Grafen umso mehr freute. Denn nun hatte er seinen Stammhalter.